Bündner Kunstmuseum Chur
Museum d’art dal Grischun Cuira
Museo d’arte dei Grigioni Coira

Markus Weggenmann
LW 170, 177, 178​

Markus Weggenmann, LW 170, 177, 178, 2019
Der in Zürich und Cumbel/Val Lumnezia lebende Künstler Markus Weggenmann fand neben seiner anfänglichen Beschäftigung als Ergotherapeut Mitte der 1970er-Jahre zur Malerei. Der Künstler konzentrierte sich auf die reine Farbmalerei, er selbst wurde zum Umfeld der "Radikalen Malerei" gezählt. Lange Jahre bildeten die Streifenbilder die Grundlage seines Arbeitens. In diesen erprobte Weggenmann wiederholt die Wirkung der Farbe auf der Bilderoberfläche. Ende der 1990er-Jahre veränderte der Maler sein Vokabular, gestische Farbformen zwischen Abstraktion und Figuration wechselten die Streifenbilder ab. Dabei sind auch Einflüsse aus der Pop und Op Art in seiner intensiven Malerei erkennbar. Seit den 2010er-Jahren entstehen hochpigmentierte Leimfarbenbilder, deren Pigmente Weggenmann selber mischt, um die Farbleuchtkraft zu steigern. Seine Fragen zur Bildfindung verfolgt er weiter: Ab wann wird Farbe zum Bild? Wie kann Farbe Raum und Plastizität schaffen? Der in einer deutschen Steinmetzfamilie aufgewachsene Künstler reflektiert die plastische Wirkung der Farbe nicht nur in seiner Malerei, sondern auch in seinen malerischen Installationen und Kunst-am-Bau-Projekten.
Sein grosser Bildfundus auf Papier, welchen Weggenmann als "Batterie" bezeichnet, ist nicht nur das Farb- und Formreservoir, aus dem er seit Beginn an schöpft, sondern auch die Energiequelle für sein künstlerisches Arbeiten. Die drei Werke LW 170, LW 177 und LW 178 aus 2019 markieren in Weggenmanns Kunstschaffen einen Wendepunkt, sie künden eine neuere Werkgruppe an: die gestisch leuchtenden Farbflächen sind nicht mehr nur bildfüllend aufgetragen, die dargestellten Farbformen weisen eine grössere Plastizität aus als in früheren Bildern und scheinen sich vom Bildträger zu lösen. In der Retrospektive "Ein Bild schreit nach dem nächsten" im Kunstmuseum Appenzell (20.10.2020–11.04.2021), in welcher diese Werke aus der Sammlung des Bündner Kunstmuseums unter vielen anderen zu sehen waren, konnte dies eindrücklich beobachtet werden.
Die von der Stiftung Bündner Kunstsammlung angekauften Werke von Markus Weggenmann ergänzen den Sammlungsschwerpunkt zur zeitgenössischen Schweizer Malerei um eine weitere spannende Künstlerposition.

Markus Weggenmann
LW 170, 177, 178
2019
Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle,
je 50 x 40 x 4 cm
Bündner Kunstmuseum Chur, Ankauf 2020

 

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